Seit 1971 steht unsere Christuskirche in Weidach.
Sie war zunächst nur als Provisorium gedacht und wurde als "Gemeindemontagehaus" bezeichnet. Doch die Gemeinde gewöhnte sich an ihren neuen Versammlungsort sehr schnell.
Durch Spendengelder wurde 1980 auch der Kirchturm errichtet. Drei neue Glocken wurden damals vom Weidacher Bürger und Unternehmer Carl Puff gestiftet; die vierte Glocke kam aus der alten Weidacher Schule.
Auch die Inneneinrichtung wurde durch Spenden aus der Gemeinde finanziert. So wurde 1987 eine neue Orgel eingebaut und 1993 ein Altar sowie neue Paramente. 2002 wurde eine neue Gasheizung eingebaut; 2011 wurden das Dach und der Eingangsbereich saniert.
Wie es weitergeht in Weidach…
Wir schauen ein paar Jahre in die Zukunft: in Weidach ist ein neuer Kindergarten entstanden, der vom evangelischen Kita-Verband Coburg betrieben wird. Am Vormittag wird fleißig gespielt, gebastelt, geturnt und gelacht. Das helle, freundliche und weite Gebäude ist ihnen schon längst vertraut. Später dann sieht man Kinder mit ihren Eltern aus der Tür herauskommen.
Doch es gibt noch einen zweiten einladenden Eingang: durch diesen treten am Nachmittag die Frauen und Männer vom Seniorenkreis Weidach ein. Sie legen ihre Garderobe ab und kommen in einen Raum: die Tafel ist liebevoll gedeckt. Durch die bodentiefen Fenster hat man einen schönen Blick. Es ist ein Raum nur für die Kirchengemeinde: mit angrenzend einer eigenen Teeküche, eigenen Toiletten, eigenem Abstellraum. Auch diesem Kreis an Menschen ist der neue Ort inzwischen vertraut.
Am Samstag Abend dann steht die Gemeinde-Eingangstür wieder offen: es ist Taizé-Gottesdienst. Der Gemeinderaum wurde auf eine Seite hin mit einer Schiebewand geöffnet: in dem angrenzenden großen Saal, in dem unter der Woche die Kinder essen, sind Stühle im Kreis gestellt und Kerzen brennen in der Mitte, es ist eine festliche Stimmung. Die vertrauten Glocken erklingen von dem Glockenturm, der neben dem Gebäude steht. Anschließend an den Gottesdienst gibt es wie immer ein Buffet, bei dem der Abend ausklingt. Wenn es warm genug ist, stehen die Türen offen und wir unterhalten uns zum Teil noch gemeinsam auf der Terrasse. Es ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlt und an dem Kirche Raum hat.
Wir freuen uns auf diese Zukunft, für die sich der Kirchenvorstand entschieden hat. Weil wir uns entschieden haben, dass wieder ein Glockenturm an anderer Stelle stehen soll, wird uns finanziell eine Lücke bleiben, die wir über Spenden und mit Ihrer Hilfe decken werden. Den Großteil aber werden wir mit Zuschüssen und Rücklagen für Weidach decken. Aber wir finden, es ist es wert, dass wir weiter als Kirche erkennbar bleiben und weiter unsere Glocken durch Weidach klingen.
So schön alles wird: es wird zu allem auch einen Abschied geben müssen. Leider scheint der Platz, an dem unsere geliebte Christuskirche steht, der einzig wirklich geeignete und realisierbare Ort für den dringend benötigten Kindergarten und unsere Gemeinderäume zu sein. Schon seit diese Kirche in den Siebzigern errichtet wurde, stand fest, dass sie nicht ewig stehen wird: sie wurde als Provisorium gebaut, man hat mit einer Lebenszeit von 30 Jahren gerechnet. Jetzt steht sie schon über 50 Jahre. Es gibt immer mehr Schäden und sie ist nicht sanierbar.
Doch auch wenn es leider keine andere Wahl gibt, als uns zu trennen, ist doch der Abschied schwer. Auch dieser Raum ist unserer Gemeinde sehr vertraut geworden, viele Erinnerungen hängen daran. Und der Abschied ist früher als gedacht: noch vor Redaktionsschluss der letzten Omnibus-Ausgabe haben wir noch nicht damit gerechnet. Immerhin: wir haben jetzt Zeit und viel Zeit für diesen Abschied. Ostern 2026 werden wir auf jeden Fall noch in der Christuskirche feiern. Danach werden wir ein großes Abschiedsfest feiern. Auch für die Bauzeit werden wir Lösungen finden, sodass unsere Gottesdienste, Veranstaltungen und Treffen in Weidach nicht abbrechen.
Machen wir uns gemeinsam auf und wagen wir diese Veränderung, damit auch noch in Zukunft Kirche in Weidach Raum hat.